MARKETING IST ÜBERLEBENSWICHTIG.

Immobilienmakler gelten als sparsam, wenn sie für Marketing oder Werbung Geld ausgeben sollen. Man sagt auch, Makler könnten sich ein großes Werbebudget nicht leisten. Dabei geben sie laut Statistik (deutsche Erhebungen) im Schnitt 13% für Werbung aus. Das scheint in Prozenten relativ viel zu sein, hängt jedoch betragsmäßig selbstverständlich vom aktuellen Umsatz ab. Wer sich beispielsweise bei 100.000 EUR aufhält, hat gerade rund 1300 EUR im Monat für Marketing und Werbung verfügbar, sofern er diese ausgibt. Der bescheidene Umsatz ist unter anderem auf die Zurückhaltung beim Werbebudget zurückzuführen. Wer kein unternehmerisches Risiko eingehen und keine Vorleistungen erbringen will, bringt sich um seine Zukunft.

Ohne Marketing und Werbung geht nichts mehr. Wie wollen Sie einen Bekanntheitsgrad und ein entsprechendes Image aufbauen, wenn Sie Werbeabstinenz betreiben oder mit Dreizeilern in den Tageszeitungen Ihr kommunikatives Dasein fristen? Für den Einkauf sind jedoch Bekanntheitsgrad und Image in einem hohen Maß mitentscheidend, ob Sie zum Auftrag kommen. Manche behaupten, sie haben einen guten Bekanntheitsgrad, ohne zu sagen, wie sie diese Behauptung belegen können. Eine Meinungsumfrage, welche mit weiteren Fragen verbunden werden kann, brächte Gewissheit. Selbst wenn ein Unternehmen bekannt ist, kann es auf Werbung nicht verzichten oder das Budget herunterschrauben. Bekanntlich kann jemand auch in Vergessenheit geraten, wenn er längere Zeit nicht mehr präsent ist. Unternehmen wie Coca Cola, die weltweit jedes Kind kennt, investieren gigantische Summen, um am Ball zu bleiben und nicht dem Wettbewerb das Terrain zu überlassen.

Der Überlebenskampf ist längst  eröffnet. Mit neuen, modernen und hochwirksamen Waffen, dem Marketing und der Werbung. Wer nicht mitspielt, geht unter. Spätestens, wenn der Markt dreht, und die Nachfrager nicht mehr auf der Treppe stehen. „Wer nicht wirbt, stirbt“ ist eine alte Binsenweisheit, die man heute vielleicht ergänzen sollte: „Wer schlecht wirbt, stirbt langsamer aber teurer.“

Was aber verstehen wir unter „schlechter“ Werbung? Das Hauptmerkmal ist das Fehlen eines Marketingkonzeptes und somit Ziellosigkeit. Da und dort etwas kopieren, dazwischen ein paar Anzeigen Marke Eigenbau, Killerfotos auf der Website und in den Immobilienportalen, selbstverständlich auch im Exposé, das sich entweder in epischer Breite darstellt oder in der Aufzählung von einigen Objektdaten bescheidet. Das alles gibt kein Gesamtbild, dementsprechend keine Wiedererkennung und ein irritierendes Image.

Stellen Sie sich ein Orchester vor, das nicht weiß, welches Stück es spielen soll. Geschweige denn, dass in einer Partitur die einzelnen Instrumente fehlen. Die Instrumente im Marketing sind analog die Werbemaßnahmen wie Anzeigen, Direktwerbung, Präsentation der Website, Außenwerbung usw. Das Orchester braucht eine Komposition als Grundlage, mit Noten und Anweisungen, das Immobilienmarketing ein Konzept. Musikwerke haben in der Regel ein Hauptthema, das in verschiedenen Varianten immer wieder kommt. Das Hauptthema hält das Werk zusammen und signalisiert ein Ganzes. Das Hauptthema ist dem Inhalte des Image vergleichbar. Durch Wiederholung und Wiedererkennung entsteht das Bild des Unternehmens.

Marketing braucht Ziele, Aussagen zu seinen Inhalten und einen Katalog an Maßnahmen. Diese Maßnahmen wieder benötigen das Marketingkonzept als Fundament. Improvisation ist in diesem Fall der falsche Weg.

Wer sich behaupten will, braucht nicht irgendein, sondern ein professionelles Marketing, welches teilweise extern, zum anderen im Haus produziert wird. Das bedeutet für die Organisation, der Aufgabe durch eine eigene Stelle zu entsprechen. Bei einem kleineren Unternehmen wird das in Teilzeit möglich sein. Bei einem Unternehmen im Raum Zürich mit über sechzig Mitarbeiten sind beispielsweise zwölf davon für das Marketing zuständig.